Sascha

Apr 292015
 
50% Aktien und 50% Geldwerte

Jeweils die Hälfte werden in Aktien und in Geldwerte investiert.

Im letzten Artikel habe ich mich mit der Sell-in May/Summer-Strategie auseinandergesetzt. Dabei habe ich erläutert, warum eine sinnvolle Investitionsstrategie immer eine nachvollziehbare Begründung erfordert, damit sie auch in der Zukunft erfolgreich eingesetzt werden kann. Eine gute Performance in der Vergangenheit reicht nicht aus, um mit einer Strategie in der Zukunft Erfolg zu haben.

Nun gibt es ja noch zahlreiche weitere Investitionsstrategien. Eine dieser Strategien, die mir schon einige Male in Büchern und Zeitschriften begegnet ist ist die Fifity-Fifty-Strategie.

Wie funktioniert diese Strategie?
Die Vorgehensweise dabei ist sehr einfach. Man nimmt einen bestimmten Geldbetrag -sagen wir 20.000 €- und investieren diesen wir zu 50% in Aktien bzw. einen Aktien-ETF und die anderen 50% in Geldwerte wie Anleihen oder Geldmarktfonds. Bis jetzt hört sich das Ganze lediglich nach Risikostreuung an. Aber es geht noch weiter: Man wartet ab und beobachtet das Verhältnis der Werte der beiden Geldanlagen. Beträgt nach einiger Zeit das Verhältnis Aktien/Geldwert z.B. 60:40 (weil z.B. der Aktienkurs gestiegen ist), würde man nun 10% der Aktien verkaufen und den Erlös in die Geldwertanlage investieren. So hat man wieder das Verhältnis 50:50 hergestellt. Das Ziel ist es bei dieser Strategie, weitgehend immer das Verhältnis 50:50 zwischen den beiden Anlagenformen zu halten. Bei einseitigen Kursgewinnen oder Kursverlusten der einen Anlagenart wird umgeschichtet.

Warum macht man das?
Der Sinn und Zweck dieser Strategie liegt auf der Hand: Man startet bei 50:50. Bei dem Geldwertanteil (z.B. Geldmarktfond) geht man davon, dass sich dessen Kurs langsam aber doch (recht) sicher nach oben bewegt. Anders sieht es da bei den Aktien-ETF aus. Dessen Kurs kann sich mal stark nach oben oder nach unten bewegen. Steigt nun der Aktien-ETF schneller als der Geldmarktfond, hat man mit dem ETF einen Gewinn gemacht. Dieser Gewinn wird realisiert, indem man den „überschüssigen“ Anteil an Aktien verkauft. Hierdurch werden Gewinne gesichert.

Nun könnte der Kurs des Aktien-ETF auch fallen, so dass nun der Geldmarktfonds einen höheren Wert besitzt. In diesem Fall verkauft man nun einen Teil des Geldmarktfonds und erhöht seinen Aktien-Anteil. Da sich der Aktienkurs auf einen niedrigeren Stand befindet als bisher, könnte dies nämlich ein günstiger Zeitpunkt sein um seinen Aktienanteil zu erhöhen.

Kurz gesagt: Das Ziel der 50:50-Strategie ist es, antizyklisch Aktien zu kaufen und zu verkaufen. Sind die Aktienkurse gestiegen werden Aktien(ETF) verkauft. Sind die Kurse gefallen werden Aktien(ETF) gekauft. Viele machen es umgekehrt und verlieren dabei Geld.

Fazit:
Insgesamt macht die 50:50-Strategie durchaus sind. Sie sorgt dafür, dass bei Kurssteigerungen Gewinne mitgenommen werden und bei Kursverlusten neu investiert wird. Eigentlich kann man kaum etwas falsch machen, wenn man diese Strategie anwendet.

Ich persönlich wende die 50:50-Strategie nicht an. Mir sind derzeit die Zinsen, die sich ja auch auf die Kursentwicklung von Geldmarktfonds auswirken, zu gering. Die 50% des Geldes, das in den Geldmarktfonds investiert wird, ist derzeit so gut wie totes Kapital. Meines Erachtens macht es mehr Sinn nach dieser Strategie zu investieren, wenn der durchschnittliche Entwicklung des Geldmarktfonds (bzw. das Zinsniveau) mindestens so hoch ist wie die durchschnittliche Dividende, des Indexes in den man investieren möchte.

Ich möchte auch darauf hinweisen, dass es natürlich auch Geldmarkt-ETF gibt, in die man die Hälfte seiner Investmentsumme investieren kann. Bei dem Aktienanteil würde ich in einen ETF mit breiter Streuung wie einen DAX, EuroStoxx, DowJones, GlobalStox… vorziehen.

Apr 262015
 

Nur noch wenige Tage dann haben wir wieder Mai. Für etliche Anleger bedeutet dies: Raus aus dem Aktienmarkt und rein in den Geldmarkt. Zumindest bis September. Dann werden die Aktien wieder zurückgekauft.

Warum macht man sowas?
Verantwortlich für diese Aktien-Abstinenz im Sommer ist die sogenannte Sell-in-May-Strategie. Diese Strategie folgt dem Motto: Sell in May and go away, but remember to come back in September. Also: Verkaufe im Mai, aber denke daran im September zurückzukommen.
Verwandt mit der Sell-in May-Strategie ist die Sell-in-Summer-Strategie. Allerdings wird hier erst im Juli verkauft.

Wie funktionieren die Sell-in-May- bzw. Sell-in-Summer?
Die Sell-in-May/Summer-Strategie ist sehr einfach umzusetzen. Im September kauft man einen DAX-ETF und hält ihn bis Mai bzw. Juli. Dann wird der ETF verkauft, und das Geld in einen Geldmarktfond oder auf einem Tagesgeldkonto angelegt. Im September kauft man den DAX-ETF wieder. Und so macht man das Jahr für Jahr weiter.

Sell-in-Summer-Strategie

Sell-in-Summer-Strategie: Keine Aktien halten im Sommer

Worauf basieren diese Strategien?
Statistisch gesehen waren bei den großen Indizes die Sommermonate in den vergangenen 25 Jahren im Durchschnitt Verlustmonate. Durch die Sell-in-May/Summer-Strategie versucht man diese Monate zu umgehen, indem man stattdessen in den Geldmarkt zu investiert. Wer also in den vergangenen Jahren auf die Sell-in-May/Summer-Strategie gesetzt hat, konnte mit seinem Aktiendepot eine wesentlich bessere Performance erzielen als die DAX-Entwicklung es hergab. Der DAX stieg in den letzten 20 Jahren nämlich jährlich durchschnittlich „nur“ um 7,6%. Mit der Sell-in-Summer-Strategie konnten man dagegen einen durchschnittlichen Wertzuwachs von jährlich 14,4% erzielen.

Sollte man nach der Sell-in-May/Summer-Strategie investieren?
Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten. Das Problem bei diesen Strategien ist, dass es keine wirkliche Begründung gibt, warum diese in der Vergangenheit funktioniert habe. Daher kann es sein, dass das Ganze in der Zukunft nicht mehr klappt.
Ein sinnvolle Strategie muss immer erklärbar sein. Wenn für eine Strategie die einzige Begründung lautet, man habe damit in der Vergangenheit eine gute Performance erzielt, dann reicht dies nicht um eine Chance zu haben in Zukunft damit erfolgreich zu sein. Es kann in der Zukunft funktionieren oder auch nicht.

Ein Beispiel:
Angenommen ich analysiere einen großen Index dahingehend, welche Aktien mit welchen Anfangsbuchstaben in der Vergangenheit die beste Performance erzielt haben. Angenommen ich komme zu dem Ergebnis, dass man mit Aktien mit den Anfangsbuchstaben A, F und U in der Vergangenheit den größten Gewinn machen konnte. Also entwickle ich die AFU-Strategie und empfehle nur Aktien mit den Anfangsbuchstaben A, F und U zu kaufen.
Macht es Sinn, dieser Strategie zu folgen. Nein, natürlich nicht. Es gibt keine Begründung dafür, dass sich Aktien mit einem bestimmten Anfangbuchstaben besser entwickeln als andere. Auch wenn dass in der Vergangenheit der Fall war und eine solche Untersuchung sicherlich ein Ergebnis liefern würde. Aber kein Mensch, der bei Verstand ist würde einer solchen Strategie folgen.
Bei „besser verpackten“ Strategien sieht das leider anders aus. Hier verlassen sich viele einfach darauf, dass eine Regel die in der Vergangenheit gegolten hat auch für die Zukunft Gültigkeit hat.

Im Gegensatz hierzu steht die Dogs-of-the-Dow- und die Low-Five-Strategie. Im Unterschied zu den Sell-in-May/Summer-Strategien gibt es hierfür auch gute Begründungen, warum diese Dividendenstrategien auch in der Zukunft funktionieren sollten. Diese habe ich unter den oben eingefügten Links dargestellt.

Apr 192015
 
Mit passivem Einkommen durch Dividenden zur finanziellen Freiheit

Das Ziel: Finanzielle Freiheit

Als Blogger schaue ich mir natürlich gerne Blogs und Webseiten anderer Leute an, die sich mit dem Thema „Passives Einkommen durch Dividenden“ befassen. Auch auf diverse „Geldverdien-Seiten“ werfe ich immer gerne einen Blick, auch wenn ich da immer sehr skeptisch über die tatsächlichen Einkommensmöglichkeiten bin.

Auf vielen dieser Seiten geht es um finanzielle Freiheit, und häufig wird ein Weg vorgeschlagen finanzielle Freiheit zu erreichen. In der Regel handelt es sich Network Marketing, Verkauf von Infoprodukten, Affiliate Marketing oder Forexhandel.

Finanzielle Freiheit bedeutet, dass man über so hohe passive Einkommensströme verfügt, dass man keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgehen muss.

Nun habe ich schon in den Artikeln über Network-Marketing und Forex über die Probleme in diesen Systemen geschrieben. In diesem Artikel geht es nun um diese Themen im Hinblick auf finanzielle Unabhängigkeit.

Network-Marketing
Wer sich ernsthaft über Network-Marketing informiert oder es selbst mal ausprobiert hat, der weiß, dass es sehr schwer ist sich überhaupt ein nennenswerte Einkommen hierdurch aufzubauen. Die allermeisten Networker machen durch ihr Geschäft nur Verluste.
Aber angenommen man gehört zu dem einen Prozent der Networker (wahrscheinlich sind es weniger), die wirklich davon leben können, muss man sich fragen: Ist das wirklich finanzielle Unabhängigkeit? Nun, auch erfolgreiche Networker müssen ständig ihre Downline bei Laune halten, immer wieder neue Leute werben und dafür sorgen, dass die Produkte des Unternehmens gekauft werden. Längere Zeiten der Untätigkeit können dazu führen, dass die Downline und damit die Einnahmen zusammenschrumpfen. Eine auf Dauer von selbst wachsende Downline ist ein Luxus, den nur wenige Networker erreichen. Eher muss ein erfolgreicher Networker darum kämpfen seine Downline zu erhalten.
Darüber hinaus kam es in der Vergangenheit immer mal wieder vor, dass erfolgreiche Networker plötzlich aus irgendwelchen Gründen aus dem Unternehme gekickt wurden und wieder von vorne bei einem anderen Unternehmen anfangen mussten. Und häufig verschwinden Network-Unternehmen plötzlich von der Bildfläche.
Ich denke wirkliche finanzielle Unabhängigkeit sieht anders aus. Ich will nicht behaupten, dass es nicht möglich ist finanzielle Unabhängigkeit durch diese Geschäftsmöglichkeit zu erreichen, aber die Wahrscheinlichkeit hierfür schätze ich als sehr gering ein. Und irgendwie ist man immer von seinem Networkunternehmen und von seiner Downlines abhängig.

Wer im Network-Marketing arbeitet sollte sich auf alle Fälle eine gewisse Eigenständigkeit erhalten. Dies kann durch eine große Email-Liste oder einen erfolgreichen Blog erfolgen. So kann man sich schnell eine neue Downline bei einem neuen Network aufbauen. Dies ist aber nur durch dauerhafte Arbeit möglich.

Forex
Beim Forexhandel spekuliert der Trader auf die Kursentwicklung einer Währung im Vergleich zu der einer anderen Währung. Dabei wird mit einem Hebel gearbeitet, der in der Regel zwischen 1:100 und 1:400 liegt.
Die dauerhafte Gewinnmöglichkeiten beim Forex tendieren gegen Null. Dies scheint auf jeden Fall der Konsens zu sein in diversen Foren. Niemand kann voraussagen wie sich die Kurse in den nächsten Minuten, Stunden oder Tage verhalten. Die gängigen Strategien und Indikatoren versagen zu oft, um sich darauf verlassen zu können.
Und das Forexhandeln ist Arbeit. Das hat nichts mit passiven Einkommen zu tun. Man sitzt stundenlang vor dem PC und beobachte Devisenkurse immer mit der Angst sich einen zu großen Verlust einzufahren.
Selbst Forex-Experten haben oft genug Probleme damit, langfristig Gewinne mit dieser Handelsform zu erzielen.
Ich halte den Forex handel für einen sehr schlechten Weg um finanzielle Unabhängigkeit zu erzielen.

Da sich dieser Blog mit passivem Einkommen durch Dividenden beschäftigt, liegt es auf der Hand, dass ich es als die sinnvollste Möglichkeit ansehe in gute Dividendenaktien zu investieren. Wer eine breit gestreutes Depot solcher Dividendenaktien hat, hat auch ein passives Einkommen, auf das er sich verlassen kann. Unabhängig von Network-Unternehmen, Downline, Kursentwicklungen und anderen Menschen.

Apr 182015
 

In diesem Artikel schreibe ich heute nicht über passives Einkommen, sondern über die Klage gegen das von SPD, Grüne und Linke abgrundtief gehasste Betreuungsgeld. Diese Klarstellung halte ich für sehr wichtig, da diese Geld nicht für´s Nichtstun bezahlt wird. Nein, ich halte die Betreuung von Kindern (insbesondere Kleinkindern) für anspruchsvoll und anstrengend, auch wenn es eine schöne Tätigkeit ist. Ich denke als Vater von einem (und bald zwei) Kind(ern) kann ich das sagen. Das Betreuungsgeld hat also nichts mit passiven Einkommen zu tun

Schon vor der Einführung des Betreuungsgeld wurde dieses als „Herdprämie“ und als „Fernhalteprämie“ von fast allen Zeitungen massiv bekämpft und als unsinnig und frauenfeindlich bekämpft.

Das Betreuungsgeld wird an Eltern ausbezahlt, die ihre Kinder nicht in eine staatlich geförderte Betreuungseinrichtungbringt (Ich hab jetzt nicht das böse Wort „abschieben“ gebraucht), sondern sich um eine nicht staatlich geförderte Weise um das Kind kümmert. Dies kann durch „Selbstbetreuung“ oder durch einen selbst engagierten Betreuer (Babysitter) geschehen.

Nun hat das Bundesland Hamburg Klage beim Bundesverfassungsgericht gegen das Gesetz über das Betreuungsgeld eingelegt. Verfasst wurde die Klage von dem Jurist Ralf Kleindiek. Nun ist Ralf Kleindiek nicht nur einfach Jurist, inzwischen ist er sogar zum Staatssekretär beim Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unter der Ministerin Manuela Schwesig (SPD) aufgestiegen.
Jetzt wird´s lustig: Der Verfasser der Klage gegen das Betreuungsgeld wurde von (der Gegnerin des Betreuungsgelds) Schwesig beauftragt dieses vor dem Bundesverfassungsgericht zu verteidigen. Also Kleindiek gegen Kleindiek. Ein Witz. Keine Ahnung ob es so etwas schon mal gegeben hat: Der Verfasser einer Klage tritt gleichzeitig als Verteidiger auf. Sollte ich mal wegen einem Steuerstrafverfahren vor Gericht stehen, frage ich mal die Schwesig, ob ich mich von dem Steuerfahnder (bzw. von dem Juristen über ihm) verteidigen lassen kann. Das wäre natürlich Blödsinn. Aber in diesem Verfahren geht das plötzlich. Ok, Spaß beiseite. Es handelt sich hier um ein Normenkontrollverfahren. Also ein Verfahren, das Gesetze auf ihre Verfassungsmäßigkeit überprüft. Da funktioniert dieses Kleindiek gegen Kleindiek nämlich.

Der einzige Grund das Betreuungsgeld zu kippen -so sieht es wohl das Verfassungsgericht- ist es, eine mangelnde Gesetzgebungskompetenz des Bundes zu unterstellen, da hier keine öffentliche Fürsorge oder eine Harmonisierung der Lebensverhältnisse vorliege.
Ok. Ich bin kein Jurist. Ich habe zwar eine juristisches Studium aber kein Jurastudium. Warum jedoch die finanzielle Unterstützung von Eltern, die ihr Kind nicht in eine Kita geben, sondern selbst betreuen, keine „öffentlich Fürsorge“  darstellen soll, fällt mir schwer. Warum wird das bei dem -durch den Bund- eingeführte Recht auf einen Kita-Platz anders gesehen?

Versucht man seitens der Politik auf diesem Weg dieses Gesetz zu kippen, weil es keine andere Möglichkeit gibt? Es gibt keine Argumente dagegen. Keine.

Das Theater-Museums-Argument
Dieses Pseudo-Argument besagt, dass man ja auch keine Prämie bekommt, wenn man ein (staatlich gefördertes) Theater oder Museum nicht besuche. Dieses Argument ist deswegen Blödsinn, weil es keine Pflicht gibt ein Theater oder Museum zu besuchen. Bei der Kindererziehung sieht es da schon anders aus. Nach Artikel 6 Abs. 2 des Grundgesetzen ist es nicht nur das Recht der Eltern, sondern auch deren Pflicht ihre Kinder zu pflegen und zu erziehen. Wenn der Staat Betreuungsgeld bezahlt, dann unterstützt er nur die Eltern in ihrer Pflicht sich um ihre Kinder zu kümmern. Was hat das mit dem Besuch von kulturellen Einrichtungen zu tun? Ich verrat´s euch: Nichts
Der Artikel 6 Abs. 2 des Grundgesetzes besagt übrigens, dass es die Pflicht der Eltern ist das Kind zu betreuen und nicht in eine Kita abzuschieben (jetzt hab ich doch das böse Wort gebraucht. s. Absatz 3)

Das Frauenfeindlich-Argument
Das Betreuungsgeld hält -nach diesem Argument- Frauen davon ab, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen und ist daher frauenfeindlich. ….Lustig…
Das Betreuungsgeld wird fast ausschließlich an Frauen ausgezahlt.
Nun, wir leben in einer gleichberechtigten Gesellschaft. Jedes Elternpaar kann selbst entscheiden, ob Vater oder Mutter zu Hause bleibt um sich um den Nachwuchs zu kümmern. Wenn dies hauptsächlich die Mutter ist, dann liegt das wohl daran, dass sich beide dafür entschieden haben. Oder glaubt ihr Betreuungsgeldgegner wirklich daran, dass das Frau zu blöd dazu sind selbst zu entscheiden, ob sie arbeiten oder ihr eigenes Kind betreuen möchten. Wer das glaubt lebt eindeutig im vorletzen Jahrhundert. (Wobei ich Zweifel daran habe, ob Frauen jemals so blöd waren.)
Wenn man das Gekeife in den letzten Jahre anhört, bekommt man den Eindruck, es würde sich hier um vierstellige Beträge handeln. Wir reden hier über 150 €, die Eltern erhalten, die ihre Kinder nicht-staatlich betreuen. Es wird auch nicht über bis zum 18. Lebensjahr des Kindes gezahlt, sondern nur bis zum dritten. Es geht also nicht um Kindergartenkinder.

Das Idioten-Argument
Ein beliebtes Argument der Betreuungsgeld-Gegnern ist, dass vor allem bildungsferne Eltern das Betreuungsgeld bevorzugen anstatt ihr Kind in eine Betreuungseinrichtung zu schicken, wo es die notwendige Bildung erhält, die die bildungsfernen Eltern ja nicht leisten könnten.
Nun, dieses Argument ist eigentlich eine Frechheit. Bildungsfern heißt im Grunde genommen „dumm“. Aber diesen Ausdruck darf man ja nicht verwenden. Niemand ist ja dumm, sondern nur „bildungsfern“. Es gibt also Eltern die zu dumm sind ihre Kinder zu erziehen und daher die Erziehung lieber Fachleuten überlassen sollen. Eigentlich fällt mir dazu gar nichts ein, außer dass dieses Argument eine Diskriminierung von Menschen darstellt die keine mittlere Reife oder Abitur haben.
Und warum redet man eigentlich über frühkindliche Bildung? Was bringt man ein- oder zweijährigen Kindern so tolles in der Kita bei? Zählen? Buchstabieren? Kinder in dieser Altersklasse müssen lernen auf´s Töpfchen zu gehen, aus Gläsern zu trinken, mit Besteck essen… Und um das Kindern beizubringen braucht man sicherlich kein Abitur. (Ich habe meiner Tochter heute übrigens das Trinken aus einem Glas beigebracht. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, das hätte ich auch ohne Abitur hingekriegt.)
Ach ja, Kita-Befürworter reden natürlich gerne von Bildung im Zusammenhang mit Kitas. Würde man statt von Bildung von Erziehung sprechen, könnte man sich ja den Artikel 6 Abs. 2 des Grundgesetzes berufen, der besagt, dass die Erziehung den Eltern zusteht. Werden Kindertagesstätten als Bildungsstätte gesehen, dann sind die ja so etwas wie Schulen. Und aus einer Schulpflicht kann man so leicht eine Kitapflicht machen. Staatliche Erziehung waren in der Vergangenheit hauptsächlich bei autoritären System äußerst beliebt.

Das Ausländer-Argument
Nach einer Studie der Technischen Universität Dortmund gaben 25% der Eltern mit Migrationshintergrund an, das Betreuungsgeld sei der Grund für den Verzicht auf außerhäuslicher Betreuung. Dies wird von den Betreuungsgeldgegnern ungefähr so ausgelegt: Ausländische Kinder sollen ja deutsch lernen. Ausländer sollen also keine Wahlfreiheit haben darüber haben ihr Kind selbst zu betreuen oder betreuen zu lassen? Die sollen gefälligst deutsch lernen anstatt ihrer Muttersprache. Aber nein, anstatt ihren Kindern Bildung zukommen zu lassen, kassieren Ausländer lieber das Betreuungsgeld. Nach den Betreuungsgeldgegnern können Eltern mit Migrationshintergrund plötzlich in keinem Fall deutsch, sprechen nur ausländisch und sind ein Hindernis für die deutsche Entwicklung des Kindes.
Sorry, aber auf diese Argumentation gehe ich nicht ein. Mit Rassisten diskutiere ich nicht. Und Fremdenfeindlichkeit hat in unserem Land nichts zu suchen! Fight racism!

Das Doppelverdiener-Eltern-kriegen-nichts-Argument 
Nach den Betreuungsgeldgegnern sind Eltern, die ihre Kinder in die Kita schicken doppelt bestraft: Sie erhalten kein Betreuungsgeld und müssen zusätzlich noch Kita-Gebühren bezahlen. Dass ein Kita-Platz aber mit rund 1.000 pro Monat „vom Staat“ bezuschusst wird und darüber hinaus eventuell ein zweites Einkommen zur Verfügung steht, wird dabei gerne verschwiegen.
Ach so… die Mama holt den staatlichen Kita-Zuschuss durch ihre erwirtschafteten Sozialabgaben und Steuern für den Staat wieder rein. Dieses Argument unterschlägt aber, dass man nicht berufstätig sein muss um seine Kinder in die Kita zu geben. Auch eine Shopping-und Golfplatz-Mama kann sich durch die Kita ihrer Kinder für einige Stunden entledigen. Außerdem gilt dieses Argument höchstens für Gegenden, in denen es weniger Arbeitnehmer als Arbeitsplätze gibt. In anderen Gegenden wird halt die Arbeitslosenquote nach oben getrieben und nichts gegenfinanziert.
Und noch was: Wenn Eltern das Betreuungsgeld erhalten, heißt das nicht, dass nicht beide Elternteile arbeiten würden. Es gibt sowohl als Selbständige(r) oder Nichtselbständige(r) oft auch Möglichkeiten zu Hause zu arbeiten (Heimarbeitsplätze). Und diese Eltern holen das Betreuungsgeld um ein Vielfaches für den Staat wieder rein. (Wenn es nichts sowieso schon zu viele Arbeitssuchende gibt. s.oben)

Warum Betreuungsgeld
Das Betreuungsgeld wurde zusammen mit dem Anspruch auf einen Kita-Platz von der Großen Koalition aus SPD und CDU/CSU eingeführt. Es war die CSU die auf die Einführung des Betreuungsgelds bestand. Unter anderem deswegen, weil man einem Kita-Mangel vorbeugen wollte. Das Argument mit der dadurch entstehenden Wahlfreiheit ist zwar etwas dünn (150 € eröffnen nicht wirklich eine Wahlfreiheit.), das heißt aber nicht dass es keine Argumente für die Einführung gab.

Wie schon gesagt wird ein Kitaplatz mit rund 1.000 € pro Monat gefördert. Eigentlich ist es doch konsequent, Eltern darin unterstützen, die diese Arbeit selbst erledigen bzw. sich ohne öffentlich geförderten Kita-Platz um die Betreuung (z.B. Babysitter) des Kindes kümmern. Sozusagen als Anerkennung der Leistung der selbst betreuenden Eltern. Man kann sich auch fragen, warum das Betreuungsgeld nur 150 € beträgt, während ein Kita-Platz mit rund 1.000 € gefördert wird. Ein Betreuungsgeld in gleicher Höhe wie der Kita-Zuschuss wäre ein gerechter Ausgleich und würde vor allem echte Wahlfreiheit schaffen.

Seltsamerweise klagt jetzt genau die SPD gegen das Betreuungsgeld, die vor einigen Jahren dem zugestimmt hat. Das war damals der Kompromiss zwischen den Regierungsparteien

Das Betreuungsgeld am Ende?
Ich behaupte „Ja“. Unserer „Familienministerin“ ist es gelungen den Mitverfasser der Hamburger Klage als Verteidiger des Betreuungsgeldes vorm Bundesverfassungsgericht einzusetzen. Das war ein kluger Schachzug. Leider zum Schaden zahlreicher Familien. Herr Kleindiek wird ein bisschen Show machen, ein paar halbherzige Gegenargumente vorbringen und dann sagen, dass das Betreuungsgeld nicht zu verteidigen war (bevor´s dann zum Sektempfang geht). In dieser Konstellation sind nur Leute beteiligt, die dieses Gesetz sowieso ablehnen.

Warum wird das Betreuungsgeld so gehasst?
Bei der Bekämpfung des Betreuungsgeldes geht es nicht um die 150 € die für gerade mal zwei Jahre gezahlt werden. Etliche Parteien, Journalisten und Verbände habe es sich auf die Fahne geschrieben so viele Frauen wie möglich in die Erwerbsarbeit zu bringen.
Das hat für die Wirtschaft und die Politik einige Vorteile. Durch die Erwerbsarbeit der Frauen erhöht sich die Zahl der Arbeitnehmer, bei gleichbleibender Anzahlt der Arbeitsplätze. Jeder, der sich ein bisschen in Volkswirtschaft auskennt, weiß, dass bei einer Erhöhung des Angebots (Arbeitskräfte) bei gleichbleibender Nachfrage (Arbeitsplätze) der Preis eines Produkts (Arbeitslohn) sinkt. Je mehr Arbeitssuchende es gibt, desto stärker ist die Position der Arbeitgeber. Diese haben dann bessere Möglichkeiten den Arbeitslohn zu drücken. Kein Wunder, dass bei Studien der Wirtschaftsverbände und -unternehmen immer am Ende das Ergebnis steht, dass die Erwerbsarbeit von Frauen erhöht werden muss, und die politischen Maßnahmen an diesem Ziel gemessen werden.
Natürlich profitiert auch der Staat von der Erwerbsarbeit von Frauen. Arbeitende Frauen zahlen Sozialversicherungsbeiträge und Steuern und sind nicht über den Ehemann mitversichert bzw. wenden das Ehegattensplitting an. Das diese Sichtweise auch Schwächen hat habe ich oben gezeigt.
Das Betreuungsgeld dagegen ist ein politisches Symbol gegen diese Ziele. Es zeigt, dass der Staat auch andere Lebensweisen anerkennt. Und genau das ist der Spreißel im Finger der Frauen-Erwerbsarbeit-Fordernden.

Was ich allerdings nicht verstehe ist, dass das Elterngeld nie wirklich kritisiert wurde. Um Elterngeld zu erhalten muss man schließlich auf eine Erwerbsarbeit definitiv verzichten. Und das sind ja auch hauptsächlich Frauen…

Es geht nicht -wie schon gesagt- um die 150 €. Den Betreuungsgeldgegners wäre es egal, wenn man die Kosten hierfür an die Griechen verschenken würde. Das Symbol muss einfach weg.

Apr 142015
 

Die Low-Five-Strategie halte ich für eine der wenigen sinnvollen Strategien im Bereich des Aktieninvestments. Ich hab die Strategie im dem Artikel „Dividendenstrategie: Low-Five“ beschrieben und auch begründet, warum diese Strategie funktioniert.

Noch einmal kurz: Bei der Low-Five-Strategie sucht man sich innerhalb eines freigewählten Index (DAX, EuroStoxx, Dow Jones, MDAX…) die zehn Aktien mit der höchsten Dividendenrendite heraus. Von diesen kauft man diejenigen fünf Aktien mit den den niedrigsten Kursen. Nach genau einem Jahr führt man dieses Auswahlverfahren erneut durch und tauscht die Aktien entsprechend aus.

Als Grundlage für das Auswahlverfahren kann man die Tabellen von MyDividends verwenden.

Als schauen wir mal wer heute aus dem DAX die zu den zehn Unternehmen mit der höchsten Dividendenrendite zählt:

Name:                                    Kurs:        Dividende       Dividendenrendite:

Münchener Rück                  205,85          7,25                4,36
E.ON                                       14,48          0,60               4,35
Allianz                                   169,50          5,30               4,23
Deutsche Telekom                  17,60          0,50               3,81
Deutsche Börse                       80,15          2,10               3,79
RWE                                        25,06          1,00               3,48
BASF                                        95,89          2,70               3,21
Daimler AG                              88,17           2,25               3,19
Siemens                                 103,65          3,00               3,03
BMW AG                               116,25           2,60               2,95

So, das sind derzeit die zehn Aktien des DAX mit den höchsten Dividendenrenditen. Hiervon suchst du dir jetzt die Aktien mit den niedrigsten Kursen aus.

Das wären:

E.ON                                       14,48          0,60               4,35
Deutsche Telekom                  17,60          0,50               3,81
RWE                                        25,06          1,00              3,48
Deutsche Börse                       80,15          2,10              3,79
Daimler AG                              88,17          2,25              3,19

Dies sind die Low Five für April für 2015.

Ich muss natürlich darauf hinweisen, dass auch die Low-Five-Strategie nicht frei von Risiken ist. Es empfiehlt sich daher auch weitere Dividendenaktien zu halten. Die Low-Five-Aktien sollten höchstens 30% des Gesamtanlagenvermögens ausmachen.

Apr 122015
 

Seit 36 Jahren erhöht McDonald´s jährlich seine Dividendenausschüttungen. Doch der Konzern steckt in Schwierigkeiten: Immer weniger Leute haben Lust auf Burger. Während der Konzern in 2013 noch einen Gewinn von 5,5 Millarden hatte, sank dieser auf 4,8 Milliarden.

McDonald´s selbst versucht nun durch erweiterte Angebote der geringen Nachfrage entgegenzuwirken. So wird gibt es Pläne für die Möglichkeit mit einem Tablet eine Bestellung aufzugeben und das Essen serviert zu bekommen. Des Weiteren soll das Angebot für Vegetarier erweitert werden.

Dividendenerhöhungen bei MC Donald´s in der Zukunft?

Die Frage die sich bei dem allen stellt, ist ob nach 36 weiterhin die Dividende jährlich erhöht werden kann.
Nun, die aktuelle Dividende liegt bei 3,28 $ pro Aktie. Bei einer Erhöhung auf 3,45 $ (Gewinn pro Aktie = 4,82 $) würde die Ausschüttungsquote bei 70%. Das wäre zwar eine recht hohe Ausschüttungsquote (eigentlich sollte diese maximal 60% betragen), sollte McDonald´s seinen Gewinn künftig wieder steigern können, wäre dies ein einmaliger Fall.

Ich denke daher nicht, dass McDonald´ die Dividende dieses Jahr senkt. Es bleibt jedoch zu hoffen, dass die Gewinne künftig wieder steigen werden. Eine schlechte Zeit hat jedes Unternehmen mal.

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