Apr 262015
 

Nur noch wenige Tage dann haben wir wieder Mai. Für etliche Anleger bedeutet dies: Raus aus dem Aktienmarkt und rein in den Geldmarkt. Zumindest bis September. Dann werden die Aktien wieder zurückgekauft.

Warum macht man sowas?
Verantwortlich für diese Aktien-Abstinenz im Sommer ist die sogenannte Sell-in-May-Strategie. Diese Strategie folgt dem Motto: Sell in May and go away, but remember to come back in September. Also: Verkaufe im Mai, aber denke daran im September zurückzukommen.
Verwandt mit der Sell-in May-Strategie ist die Sell-in-Summer-Strategie. Allerdings wird hier erst im Juli verkauft.

Wie funktionieren die Sell-in-May- bzw. Sell-in-Summer?
Die Sell-in-May/Summer-Strategie ist sehr einfach umzusetzen. Im September kauft man einen DAX-ETF und hält ihn bis Mai bzw. Juli. Dann wird der ETF verkauft, und das Geld in einen Geldmarktfond oder auf einem Tagesgeldkonto angelegt. Im September kauft man den DAX-ETF wieder. Und so macht man das Jahr für Jahr weiter.

Sell-in-Summer-Strategie

Sell-in-Summer-Strategie: Keine Aktien halten im Sommer

Worauf basieren diese Strategien?
Statistisch gesehen waren bei den großen Indizes die Sommermonate in den vergangenen 25 Jahren im Durchschnitt Verlustmonate. Durch die Sell-in-May/Summer-Strategie versucht man diese Monate zu umgehen, indem man stattdessen in den Geldmarkt zu investiert. Wer also in den vergangenen Jahren auf die Sell-in-May/Summer-Strategie gesetzt hat, konnte mit seinem Aktiendepot eine wesentlich bessere Performance erzielen als die DAX-Entwicklung es hergab. Der DAX stieg in den letzten 20 Jahren nämlich jährlich durchschnittlich „nur“ um 7,6%. Mit der Sell-in-Summer-Strategie konnten man dagegen einen durchschnittlichen Wertzuwachs von jährlich 14,4% erzielen.

Sollte man nach der Sell-in-May/Summer-Strategie investieren?
Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten. Das Problem bei diesen Strategien ist, dass es keine wirkliche Begründung gibt, warum diese in der Vergangenheit funktioniert habe. Daher kann es sein, dass das Ganze in der Zukunft nicht mehr klappt.
Ein sinnvolle Strategie muss immer erklärbar sein. Wenn für eine Strategie die einzige Begründung lautet, man habe damit in der Vergangenheit eine gute Performance erzielt, dann reicht dies nicht um eine Chance zu haben in Zukunft damit erfolgreich zu sein. Es kann in der Zukunft funktionieren oder auch nicht.

Ein Beispiel:
Angenommen ich analysiere einen großen Index dahingehend, welche Aktien mit welchen Anfangsbuchstaben in der Vergangenheit die beste Performance erzielt haben. Angenommen ich komme zu dem Ergebnis, dass man mit Aktien mit den Anfangsbuchstaben A, F und U in der Vergangenheit den größten Gewinn machen konnte. Also entwickle ich die AFU-Strategie und empfehle nur Aktien mit den Anfangsbuchstaben A, F und U zu kaufen.
Macht es Sinn, dieser Strategie zu folgen. Nein, natürlich nicht. Es gibt keine Begründung dafür, dass sich Aktien mit einem bestimmten Anfangbuchstaben besser entwickeln als andere. Auch wenn dass in der Vergangenheit der Fall war und eine solche Untersuchung sicherlich ein Ergebnis liefern würde. Aber kein Mensch, der bei Verstand ist würde einer solchen Strategie folgen.
Bei „besser verpackten“ Strategien sieht das leider anders aus. Hier verlassen sich viele einfach darauf, dass eine Regel die in der Vergangenheit gegolten hat auch für die Zukunft Gültigkeit hat.

Im Gegensatz hierzu steht die Dogs-of-the-Dow- und die Low-Five-Strategie. Im Unterschied zu den Sell-in-May/Summer-Strategien gibt es hierfür auch gute Begründungen, warum diese Dividendenstrategien auch in der Zukunft funktionieren sollten. Diese habe ich unter den oben eingefügten Links dargestellt.

  One Response to “Die Sell-in-May- und Sell-in-Summer-Strategie”

  1. […] letzten Artikel habe ich mich mit der Sell-in May/Summer-Strategie auseinandergesetzt. Dabei habe ich erläutert, warum eine sinnvolle Investitionsstrategie immer […]

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