Okt 192013
 

Wenn Sie sich mit Geldanlagen beschäftigen, haben Sie mit Sicherheit schon häufig folgenden Ratschlag gehört: „Begrenzen Sie Ihre Verlusten indem Sie für jedes Wertpapier einen Stop-Loss setzen“. Dieser Tipp zieht sich seit Jahren wie eine religiöse Formel durch Bücher, Zeitschriften und Webseiten.

Was ist eigentlich ein Stop-Loss?
Man kann für jedes Wertpapier einen Stop Loss einrichten. Die ist ein Kurswert, der unter dem aktuellen Kurswert liegt. Unterschreitet der Kurs des jeweiligen Wertpapiers diesen festgelegten Kurs, wird das Wertpapier verkauft.

Was ist der Sinn und Zweck des Stop-Loss?
Der Stop-Loss soll Verluste begrenzen. Erreicht bei einem Kursverfall das Wertpapier einen bestimmten Kurs, werden die Wertpapiere verkauft. An den weiteren Kursverlusten nimmt man nun nicht mehr teil, da man ja dort nicht mehr investiert ist. Der Stop-Loss wird Ihnen sozusagen als Schutz vor (größeren) Verlusten „verkauft“.

Warum kommt ein Stop-Loss für mich niemals in Frage?
Meine Investments sind (mit Ausnahme der Low-Five) immer langfristig. Mein Ziel ist mir durch Aktien und ETF ein langfristiges passives Einkommen aufzubauen. Die Aktien in die ich Investiere können immer mal auf einen bestimmten Wert fallen. Solche Kursverluste sind normal. Vor allem in Krisenzeiten. Solche Zeiten sind Chancen günstig an Aktien und ETF zu kommen.

Warum sind Stop-Loss-Limits Kapitalvernichter?
Stellen Sie sich vor Sie halten eine Aktie. Gekauft haben Sie bei -sagen wir- 50 €. Angenommen es handelt sich um ein hervorragendes Unternehmen, von dem Sie langfristig überzeugt sind. Auf Anraten verschiedener Informationsquellen setzen Sie einen Stop-Loss bei 40 €, da Sie sich ja vor Verlusten schützen wollen. Jetzt fällt der Kurs der Aktie tatsächlich unter 40 €. Ihre Aktien werden automatisch verkauft. Nach zwei Wochen steigt der Kurs wieder auf 50 €. Ein halbes Jahr später liegt er schon bei 60 €.
Solche Kursverläufe gab es in der Vergangenheit häufig und wird es immer geben. Sie haben in diesem Beispiel nicht nur effektiv Geld verloren, Sie waren bei dem Kursanstieg über die Einstiegskurs von 50 € hinaus nicht dabei. Hätten beim erreichen des Kurses von 40 € nicht verkauft sondern weitere Aktien nachgekauft, wären Sie mit diesem Betrag innerhalb eines halben Jahres mit 33,33% in der Gewinnzone. Vor allem hätten Sie günstig eingekauft und eine höhere Dividendenrendite erzielt.
Sie glauben mir nicht? Nun, dann schauen Sie sich doch einfach mal den Kursverlauf der letzten 15 Jahre eines Wertpapiers Ihrer Wahl an. Sie werden feststellen, dass es (fast) immer mindestens einen Kurssturz vom 20 – 30% gegeben hat. Wahrscheinlich hat sich der Kurs nach einiger Zeit auch wieder erholt, wenn es sich um ein etabliertes Unternehmen handelte.

Woher weiß ich , dass der Kurs nicht noch weiter fällt wenn ich Aktien nachkaufe?
Nun, das kann Ihnen natürlich niemand sagen. Es geht ja nicht darum den optimalen Einstiegszeitpunkt zu treffen (das zu schaffen ist sowieso Glück bzw. Zufall), sondern darum günstig passives Einkommen zu erwerben. Bei einem guten Langfristinvestment können Sie sicher sein, dass sich der Kurs wieder erholt.
Sie sollten natürlich immer einen Blick darauf werfen (Nachrichten) warum der Kurs gefallen. Liegt eine Krise vor, die fast alle Aktien, Aktienfonds und ETF nach unten gezogen hat? Dann ist Ihr Unternehmen noch genauso gut wie vorher. Es ist nur billiger zu haben. Sind die letzten Quartalszahlen oder Prognosen schlecht gewesen? Kann immer mal passieren. Die Dividende wurde gestrichen? Ok, das Unternehmen scheint echt Probleme zu haben. Weg damit!
Sollte der Kurs noch weiter fallen oder sich nicht erholen, dann kaufen Sie eben wieder nach. Vor allem in Krisen. Wichtig ist dabei natürlich, dass Sie sich an die Grundsätze halten, die ich in „Income for Life: Der Weg zum passiven Einkommen“ beschrieben habe. Eine erneute Investition in ein marodes Unternehmen macht nämlich wenig Sinn.

Fazit:
Auch gute Investments haben Kursverluste. Der Stop-Loss macht aus vorübergehenden Schwächephasen effektive Verluste. Wer gute Investments hat braucht keinen Stop-Loss sondern einen Geldbetrag zum billig nachzukaufen. Daher lautet mein Credo: „Buy-cheap statt Stop-Loss“.

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