Jun 232014
 

Wer kennt sie nicht: “Die Gebrauchsanweisung für den Mann”. Ich weiß jetzt nicht wie viele Männer die Augen rollen, wenn diese Werbung mal wieder in der Unterbrechung läuft, aber ich wette es sind schon einige. Und etwas nervig ist die Werbung schon. Vor allem, wenn man sie schon das fünfzigste Mal sieht: Die Werbung für das Deo “Dove”.

netherlands

Unilever wurde von dem niederländischen Margarineproduzent Simon van den Bergh gegründet.

Übertroffen wird das Ganze höchstens von dem grinsenden, italienischen Chefkoch (Ich unterstelle mal, dass er Italiener ist.) mit dem Slogan: “Typisch italienisch”. Oder “Wir Italiener genießen mit die ganze Körper.” Jedes Mal wenn ich, diese Werbung sehe tun mir die Italiener leid. Den Koch finde ich zwar recht sympathisch, ich glaube allerdings nicht, dass Italiener dem “typisch italienisch” so zustimmen würden. Es handelt sich um die Werbung für die Knorr-Bolognese.

Ich bin sicher, dass sich jeder, der diese Werbespots einmal gesehen hat, sich für lange an diese erinnern wird. Sie bleiben im Gedächtnis, da sie so einen gewissen Nerv-Faktor haben. Da ist nichts mit heiler Kuschelwelt wie bei Nestle oder Procter & Gamble. Die Werbespots provozieren. Ein bisschen zumindest. Oder könnt ihr euch sofort an eine Nestle- oder Procter & Gamble Werbung erinnern. Wahrscheinlich nicht. Die Nerv-Krone trägt zwar Nivea mit “Ihr armen Männer”, aber man muss es ja nicht übertreiben:-).

Unilever – ein britisch-niederländischer Konzern

Sowohl Dove als auch Knorr gehören zu dem britisch-niederländischen Konzern Unilever. Darüber hinaus vereinigt der Konzern zahlreiche Marken wie Rama, Omo, Lipton, Bifi (wurde 2014 verkauft), Lagnese, Bertolli, Pfanni, Du Darfst… unter seinem Dach.

Unilever wurde 1888 in Kleve (Deutschland) von einem niederländischen Margarinefabrikant gegründet. Grund für die Firmengründung in Deutschland waren die hohen Schutzzölle, die das Kaiserreich für Einfuhren erhob. Denn was in Deutschland produziert wird, muss nicht eingeführt werden.

Dividende
Zugegebenermaßen ist Unilever kein so treuer Dividendenzahler wie Procter & Gamble oder Coca Cola. Im Jahr 2009 reduzierte das Unternehmen seine Dividende um ca. 40%, da die Gewinne zurückgingen. Aufgrund der Dividendenkürzung gehört Unilever nicht zu den „großen“ Dividendenaristokraten. Man muss allerdings beachten, dass ein Jahr später die Dividende fast verdoppelt wurde. Vor und nach 2010 wurden die Ausschüttungen jährlich erhöht. Bei der Gesamtentwicklung der Ausschüttungen fällt aufgrund der anschließenden Erhöhung kaum ins Gewicht. Unilever schätze ich daher als zuverässigen Dividendenzahler ein.
Die Ausschüttungsquote lag in den letzten Jahren zwischen 60 und 70%. Das ist zwar nicht wenig, aber noch im grünen Bereich. Mit 3,2% Dividendenrenditen kann man auch nicht meckern. Im Gegensatz zu Nestlé zahlt Unilever die Dividende vierteljährlich. Bei der niederländischen Version werden 15% Quellensteuer einbehalten, die jedoch auf die deutsche Abgeltungsteuer anrechenbar ist. Kauft man britische Unileveraktien wird bei Ausschüttungen überhaupt keine Quellensteuer einbehalten. Dafür wird die volle deutsche Abgeltungsteuer (25% + Soli) einbehalten. 

Eigen-/Fremdkapitalquote
Schaut man sich die Bilanz von Unilever an, fällt einem schnell auf das Unilever eine recht gute Eigenkapitalquote von knapp über 50% hat. Man kann somit davon ausgehen, dass dem Unternehmen nicht so schnell das Geld ausgeht und weniger abhängig von Fremdkapitalgebern ist als höher verschuldete Unternehmen. So übersteht der Konzern auch schlechte Zeiten.

Umsatz- und Gewinnentwicklung
Insgesamt weisen die Bilanzen Umsatz und Gewinnsteigerungen in den letzten 7 Jahren aus. 2009 gab es den erheblichen Gewinneinbruch von 32%, der zu der Dividendenkürzung führte und bis heute -trotz jährlicher Gewinnsteigerungen- noch nicht vollständig aufgeholt werden konnte.

Kurs-/Gewinnverhältnis
Mit einem KGV von rund 19 ist die Aktie leicht teuer. In der recht stabilen Konsumsparte ist ein KGV in dieser Höhe allerdings nichts Ungewöhnliches. Darüber hinaus handelt es sich ja um einen der weltweit größten Konsumgüterhersteller. Das KGV halte ich daher für angemessen.

Fazit
Als Konsumgüterschwergewicht und guter Dividendenzahler halte ich Unilever für ein gutes Investment. Der Konzern vereinigt zahlreiche sehr bekannte Marken unter seinem Dach, die auch in der Werbung regelmäßig präsent sind. Bilanzmäßig steht Unilever auf einem soliden Fundament. Nach Schätzungen für die kommenden Jahre können wir bei dem Unternehmen steigende Umsätze, Gewinne und Dividenden erwarten.

Jun 092014
 

Noch nie waren die Zinsen so niedrig wie zur Zeit. Am 05.06.2014 hat die EZB unter Mario Draghi den Leitzins auf ein weiteres Rekordtief gesenkt. Gleichzeitig wurde ein Strafzins von 0,1 % für Bankeinlagen bei der EZB eingeführt. Sparer und Banken sollen in Unternehmen investieren. Die Wirkung ließ nicht lange auf sich warten: Der DAX schoss kurz über die 10.000.

DiNiedrigzinsen Dank EZBese Maßnahmen werden heftigst diskutiert; vor allem kritisiert. Die Frage ist jedoch vielmehr, wie man darauf reagieren kann. 

Einige sagen schon, sie würden jetzt ihr Geld abheben und „unters Kopfkissen legen“. Für faktische Nullzinsen weigern sie sich ihr Geld der Bank zur Verfügung zu stellen. Die Reaktion ist verständlich. Bringt aber, außer ein bisschen mehr Zufriedenheit, auch nichts. 

Die -meines Erachtens- einzige sinnvolle Reaktion ist es, in Dividendenaktien zu investieren. Mit Dividendenaktien meine ich allerdings nicht Aktien mit hoher Dividendenrendite, sondern solche mit zuverlässigen Dividendenzahlungen (z.B. Coca-Cola, Procter & Gamble, Johnson & Johnson, Reckitt Benckiser…). Vorzugsweise Unternehmen die Güter des täglichen Bedarfs, denn die überstehen (fast) jede Krise.

Solche Unternehmen schütten regelmäßig eine Dividende aus, die die derzeitigen Zinsen bei Weitem übersteigt. Noch besser: Dividendenaristokraten erhöhen jährlich ihre Dividendenzahlungen. Investiert man die ausgeschüttete Dividende wieder in sein Dividendenaktiendepot kann man zusammen mit dieser Steigerung der Ausschüttungen einen gewaltigen Zinseszinseffekt erzielen.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Sie erzielen sofort ein passives, ständig steigendes Einkommen. Wie du dir ein ertragstarkes Depot zusammenstellst, erfährst du unter „Mit System zu passiven Einkommen“ und „Der Weg zum passiven Einkommen„.

Daher: Geld gehört trotz Fast-Null-Zinsen nicht unters Kopfkissen, sondern in ein Depot mit gut ausgesuchten Dividendenaktien.

 

Sep 152013
 

Von einem passiven Einkommen leben zu können ist der Traum vieler. Einfach ist es nicht. Man benötigt Geduld, Zeit, Spaß und  Interesse an Investment, und ein System. Der Hobbyblogger „Mr. Money Mutsache“ hat es geschafft. Mit 30 ist er in Rente gegangen. Ok, als Software-Ingenieur hat er mit Sicherheit nicht schlecht verdient und somit auch ausreichend Geld investieren können. Momentan lebt er von 25.000 US-Dollar, was jetzt auch nicht wirklich viel ist, aber er muss immerhin nicht mehr arbeiten. Wenn man den Artikel im Spiegel liest kann man auch erkennen, dass er ein konsequentes System verfolgte. Wer ein bisschen Englisch spricht, kann mal auf dem Blog von „Mr. Money Mutsache“ vorbeischauen.

Nun möchte ich nicht die Punkte im oben genannten Artikel wiederholen, sondern meine eigenen darüber Gedanken schreiben, wie man mit System ein passives Einkommen aufbaut:
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  1. Ziele festlegen
    Wer sich ein passives Einkommen mit Dividenden aufbauen möchte braucht vor allem eines: Disziplin und Durchhaltevermögen. Ohne Ziele ist das schwierig. Wer nicht weiß wo er hin will kommt wahrscheinlich irgendwo an, wo er gar nicht sein will.
    Willst du früher in Rente? Willst du dir in Zukunft mehr leisten können? Möchtest du auswandern und dein Leben irgendwo anders verbringen? Oder einfach in Zukunft weniger arbeiten.
    Es gibt hier kein richtig oder falsch. Es geht darum deinen Traum leben zu können.
    Wichtig ist es auch sich zu überlegen, bis wann man seine Ziele erreicht haben möchte. Setze dir also einen realistischen Zeitrahmen wie zum Beispiel: Mit 50 Jahren in Rente gehen.
    Die Ziele müssen natürlich realistisch sein. Zu sagen ich möchte mit einem Investitionsbetrag von monatlich 100 € in 5 Jahren finanziell unabhängig werden ist natürlich unrealistisch.
    Überlege dir, was mit deinen Möglichkeiten machbar ist.
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  2. Einen festen Betrag zurücklegen
    Wer ein nennenswertes passives Einkommen erreichen möchte, sollte monatlich mindestens 10% seines Nettogehalts zurücklegen. Darüber hinaus ist es wichtig von jeder Gehaltserhöhung 50% der Höhe der jeweiligen Gehaltserhöhung zusätzlich zurückzulegen. Je höher der monatliche Investitionsbetrag, desto schneller erreichst du deine Ziele.
    Dazu kann es sein, dass du deinen Lebensstil herunterschrauben musst. Gehe deine Ausgaben durch und überlege dir, welche Ausgaben für dich nicht wirklich wichtig sind. Das können zum Beispiel irgendwelche Beiträge für Vereine oder Organisationen sein, in denen du nicht mehr aktiv bist, und bei denen es dir auch nicht wichtig ist, sie zu unterstützen. Bei mir waren es unter anderem ein paar Internetdomains, die ich nicht mehr gebraucht habe und daher dieses Jahr gekündigt habe. Über die Reduzierung der Ausgaben, werde ich bald einen Artikel schreiben.
    Am Besten du richtest dir für jeden Monatsanfang einen Dauerauftrag oder eine Einzugsermächtigung ein. So geht der Betrag schon mal nicht für andere Dinge drauf.
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  3. Richtig Investieren
    Ein möglichst stabiles passives Einkommen baut man sich meines Erachtens am zuverlässigsten mit Aktien und ausschüttenden ETF auf.  Dazu ist es wichtig sich mit diesen Investitionen zu beschäftigen. Entweder auf diesem Blog und/oder auf einschlägigen Finanzseiten. Empfehlen kann ich auch den Blog Finanziell Umdenken. Hier findest du alles was du wissen musst um ein passives Einkommen mit Dividenden aufzubauen.
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  4. Finger weg vom Traden
    Traden bedeutet, dass ein Wertpapier kauft um es kurzer oder längerer Zeit mit Gewinn zu verkaufen. Oder man setzt darauf, dass eine bestimmte Währung gegenüber einer anderen fällt oder steigt, wie dies beim Forex der Fall ist. Das Problem dabei ist, dass man nie weiß, wie sich die Kurse entwickeln. Selbst wenn man Trendfolgestrategien  anwendet, weiß man nie wann eine Korrektur und wie weit diese erfolgt. Wenn ich die vergangenen Kurse und die sogenannten Indikatoren, die den weitgehend optimalen Ein- oder Ausstieg anzeigen soll, dazu anschaue, sehe ich dass ständig irgendwelche Ausreißer dabei sind, die die Chartanalyse als Kaffeesatzleserei entlarven. Kaum jemand schafft es, sich in diesem Geschäft langfristig  zu etablieren. Ich glaube, auch dieses Thema wäre mal für einen eigenen Artikel geeignet.
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  5. Langfristig investieren
    Wer regelmäßig Anlegermagazine liest stößt ständig auf neue erfolgversprechende Aktien oder Fonds, die einem eine starke Rendite versprechen. Da ist man schon recht schnell dazu verleitet ein Wertpapier zu verkaufen um genug Geld zu haben um die vorgestellte Investition zu tätigen. Dieses Investment kommt einem dann so lange erfolgversprechend vor, bis man in der nächsten Börsenzeitschrift von dem nächsten Investment liest.
    Eine Börsenweisheit lautet jedoch: Hin und her macht Taschen leer. Wer ständig sein Depot umschichtet, weil er immer wieder ein „noch besseres Investment“ findet, zahlt sich letztendlich „dumm und dappig“ an Transaktionsgebühren. Erfolgreiches Investment sind immer langfristig. Das ist auch das Credo der meisten Börsenlegenden. Wer auf Dividendenchampions setzt braucht nicht ständig die Wertpapiere zu wechseln, sondern er profitiert von einer jährlich steigenden Dividende. Wer sich erfolgreich ein passives Einkommen aufbauen möchte sollte sich Wertpapiere aussuchen, die langfristig eine zuverlässige und steigende Dividendenausschüttung bieten.
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  6. Kursstürze und Krisen ausnutzen
    Befindet sich eine Aktie oder ein ETF im Depot im Minus, sollte man nicht die Nerven verlieren, sondern den niedrigen Kurs zu nutzen um billig nachzukaufen. Besonders Krisen ziehen die Kurse auch von guten Wertpapieren oft mit nach unten bessere Kaufgelegenheiten gibt es kaum.
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    Ok. das sind meines Erachtens die man allgemein beachten muss, um sich ein passives Einkommen aufzubauen. Wer diszipliniert ist und dabei bleibt hat gute Chancen seine Ziele zu erreichen.
Aug 272013
 

Die Low-Five-Strategie ist eine Weiterentwicklung der Dogs of the Dow. Die Idee hatte Michael O‘ Higgins, der sie in seinem Buch „Beating the Dow“ in den Neunzigern bekannt machte. Ich wende diese Strategie mit gutem Erfolg an.

Vorgehensweise

Die Vorgehensweise ist fast so einfach wie die bei den Dogs-of-the-Dow. Es kommt eigentlich nur eine Komponente hinzu, die das Ganze verfeinert.
Und so geht’s:

  1. Man wähle wieder einen Index seines Vertrauens
  2. Es werden auch wieder die zehn Aktien mit der höchsten Dividendenrendite herausgesucht.
  3. Von diesen zehn Aktien werden jedoch nur die fünf mit dem niedrigsten Kurs gekauft. Das sind dann die sogenannten „Low Five“
  4. Nach einem Jahr werden die Low Five neu ermittelt. Die Aktien, die nicht mehr zu den Low Five gehören,  werden verkauft. Die neu hinzugekommen werden gekauft.
  5. Punkt 4 wird immer nach einem Jahr wiederholt.

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Warum funktioniert diese Strategie?

Die Low-Five-Strategie funktioniert ähnlich wie die Dogs-of the-Dow-Strategie. Es wird zunächst wieder unterstellt, dass Unternehmen mit hoher Dividendenrendite unterbewertet sind. Man profitiert ebenfalls von einer überdurchschnittlichen Dividendenrendite.

Bei der folgenden Beschreibung gehe ich davon aus, dass keine Aktie in den in den Kreis der Aktien mit der höchsten Dividendenrendite aufgestiegen oder daraus ausgeschieden ist. Diesen Effekt habe ich bereits in meinem Artikel „Dividendenstrategie: Dogs of the Dow“ beschrieben. 

Hinzu kommt jedoch, dass die fünf Aktien mit dem niedrigsten Kurs gekauft werden. Nun, ein niedriger Kurs ist selbstverständlich kein Qualitätsmerkmal für eine Aktie. Interessant wird der niedrige Kurs jedoch bei der Aktualisierung des Depots. Bei der Dogs-of-the-Dow-Strategie fällt eine Aktie erst dann aus dem Depot, wenn sich die Dividendenrendite (wahrscheinlich) aufgrund der eines steigenden Kurses verringert hat.
Bei der Low-Five-Strategie wird eine Aktie auch verkauft, wenn diese nicht mehr zu den fünf Aktien mit dem niedrigsten Kurs gehört. Die Aktie, die jetzt gekauft wird, ist entweder im Kurs gefallen oder wurde von einer anderen Aktie (die jetzt rausfällt) im Kurs überholt. Dadurch erhält die Strategie eine besondere Dynamik. Ist die neue Aktie im Kurs gefallen, besteht bei dieser die Möglichkeit, dass diese Kurspotential nach oben hat und später mit Gewinn verkauft werden kann, wenn diese Aktie andere Aktien im Kurs überholt hat. Die Aktie kann somit verkauft werden, da nun eine andere einen niedrigeren Kurs und potential nach oben hat.

Es ist auch möglich, dass eine Aktie dadurch in die Low Five kommt, weil deren Kurs zwar (ungefähr) gleichgeblieben oder sogar gefallen ist, aber eine andere Aktie (stärker) gefallen ist. Die Low-Five-Strategie geht nun davon aus, dass die (stärker) gefallene Aktie ein höheres Kurspotential hat und daher ein lohnenswerteres Investment darstellt.

Ziel der Low-Five-Strategie ist sich mit unterbewerteten Aktien immer wieder neu von unten nach oben zu arbeiten.

Oder anders ausgedrückt:

Die Dog-of-the-Dow-Strategie geht davon aus, dass Aktien mit hoher Dividendenrendite unterbewertet sind. Die Low-Five-Strategie geht zusätzlich davon aus, dass Aktien deren Kurs gefallen ist Potential für Kurssteigerungen hat.
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Risiken

Wie auch die bei den Dogs of the Dow bedeuten eine hohe Dividendenrendite nicht unbedingt, dass eine Aktie unterbewertet ist. Auch ein gefallener Kurs bedeutet nicht, dass der Kurs nicht noch weiter fällt. Es besteht daher die Gefahr, dass man „in ein fallendes Messer greift“.
Mit nur fünf Aktien hat man auch eine geringe Risikostreuung
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Fazit

Ich wende die Low-Five-Strategie selbst an. Ich bin daher überzeugt von dieser Strategie und weiß dass sie funktioniert. Man muss sich der Risiken dieser Strategie natürlich bewusst sein. Es ist auch wichtig, dass man noch weitere Aktien im Depot hat und nicht nur die Low-Five-Aktien. Denn ein Depot mit lediglich fünf Wertpapieren hat einfach eine zu geringe Risikostreuung. Als Beimischung eignen sich entweder ein paar Dividenden-ETF oder einige Dividenden-Champions

Aug 152013
 

Hallo
dies ist der erster Beitrag auf meinem neuen Blog. In diesem ersten Artikel möchte über einige allgemeine Grundsätze schreiben, die meines Erachtens sehr wichtig sind, um sich mit Dividenden ein möglichst stabiles passives Einkommen aufzubauen. Es gibt einige Fallen, die auf diesem Weg liegen, die ganz schön viel Geld kosten können. Einige davon habe ich selbst schon sehr gut kennengelernt. Üble Sache…
Bei der Suche nach Aktien, die dir ein dauerhaftes Dividendeneinkommen einbringen sollen ist es wichtig systematisch vorzugehen und ein paar Grundsätze zu beachten.

Ein großer Fehler

smiley_stopDie Dividende als Entscheidungskriterium für Aktienanlagen, hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung zugenommen. Das ist auch richtig.
Viele Anleger lassen sich jedoch nun dazu verleiten ausschließlich auf die aktuelle Dividendenrendite zu schauen und ihre Anlageentscheidung daran zu auszurichten. Die aktuelle Dividendenrendite ist allerdings kein Indikator, dass die Dividende auch in Zukunft in gleicher Höhe gezahlt wird. Aktionäre von France Telecom, Telefonica, Eon, RWE… können wahrscheinlich “ein Lied davon singen”.
Häufig ist die aktuelle Dividendenrendite deswegen so hoch, weil bereits der Kurs ordentlich unter die Räder gekommen ist. Das wäre ja noch gar nicht so tragisch. Kurseinbrüche gibt es immer mal. Wenn jedoch der Kurssturz durch dauerhafte Einbrüche bei den Umsätzen und des Gewinns verursacht wurde, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die bisher hohe Dividende gekürzt oder ganz gestrichen wird, was dann einen weiteren Kurssturz zur Folge hat. Häufig muss die Aktie dann mit einem Verlust verkauft werden. So baut man sich in der Regel kein passives Einkommen aufSmiley.
Die Orientierung an der Dividendenrendite ist allerdings dann in Ordnung, wenn du eine bestimmte Dividendenstrategie wie die “Dogs of the Dow” oder die “Low Five” verfolgst. Diese Strategien müssen dann aber auch konsequent durchgezogen werden. Darauf werde ich in späteren Beiträgen noch eingehen.

Wer sich ein passives Einkommen aufbauen will achtet vor allem darauf, dass die aktuell gezahlte Dividende höchstwahrscheinlich auch in Zukunft gezahlt wird und sich im Optimalfall jährlich erhöht. Wichtiger als die aktuelle Dividendenrendite ist daher die Stabilität des Unternehmens, dessen Aktien ich kaufen möchte. Hierzu berücksichtige ich folgende Anhaltspunkte.

Die hierzu notwendigen Daten findest du unter Finanzen.net.

1. Dividendenzahlungen in der Vergangenheit:

Ein gutes Dividendenunternehmen schafft es jährlich seine Dividende zu erhöhen. Am Besten ununterbrochen seit vielen Jahren. Hierzu empfehle dir die “Dividendenchampions” auf MyDividends.de ab und zu mal anzuschauen. Hier findest du amerikanische Unternehmen, die schon seit über 50 Jahren ihre Dividende ununterbrochen jährlich erhöhen. Europäische Dividenden Champions findest du HIER. Ok, europäische Aktien haben nicht die lange Dividendenerhöhungshistorie wie amerikanische Aktien, aber auch hier sind einige attraktive Aktien dabei.
Bei den “Dividenden Champions” handelt es sich häufig um sehr stabile Unternehmen mit starken Bilanzen, die so erfolgreich sind, dass sie jedes Jahr eine höhere Dividende bieten können als im Vorjahr.
Income-for-Life-Aktien schaffen es jedes Jahr ihre Dividenden zu erhöhen!

2. Verhältnis Gewinn – Dividende:

Es gibt Unternehmen die mehr Dividende ausschütten als sie wirklich verdienen. Das geht langfristig selten gut. Schüttet ein Unternehmen mehr als ca. 60% des Gewinns an Dividende aus genügt eine kleine Krise, um die Dividendenzahlungen zu gefährden. Noch schlimmer ist es, wenn Unternehmen die Dividende über Schulden finanziert. Einem Unternehmen dagegen, dass nur einen Teil seines Gewinns ausschüttet, bleibt noch genügend finanzielle Mittel, um Investitionen zu tätigen und weiter zu wachsen, was wiederum der zukünftigen Dividende zugute kommt.
Investiere daher nur in Aktien die maximal 60% des Gewinns als Dividende ausschütten! Dies sollte auch in der Vergangenheit der Fall gewesen sein.

3. Fremdkapitalquote

high_voltage_warningDass ein Unternehmen Schulden hat ist absolut normal. Wenn du jedoch in ein Unternehmen investieren möchtest, solltest du darauf achten, dass die Fremdkapitalquote bei maximal 70% liegt. Hat das Unternehmen eine höhere Fremdkapitalquote besteht immer die Gefahr, dass dieses Unternehmen plötzlich auf den Gedanken kommt, dass jetzt Schulden abgebaut werden müssen und die Dividende kürzt. Ich habe im Sommer 2010 mal einiges Geld in Aktien von Telefonica investiert. Dabei habe ich nicht auch die Fremdkapitalquote geachtet. Telefonica hatte zwar eine Dividendenrendite von über 10% aber eine Fremdkapitalquote von über 80%.  Im Jahr 2012 wurde die Dividende gestrichen, weil die Schulden abgebaut werden mussten und auch der Mobilfunkmarkt eng wurde. Im Juli 2013 habe ich die Aktie dann mit 40% Verlust verkauft. Hätte ich damals auf die Fremdkapitalquote geachtet und mich nicht von der hohen Dividendenrendite blenden lassen, wäre mir das nicht passiert.
Income-for-Life-Atkien haben daher eine immer eine Fremdkapitalquote von maximal 30%.

4. Steigende Ergebnisse

Wer eine steigende Dividende erzielen möchte sollte darauf achten, ob dass das in Erwägung gezogene Unternehmen es schafft jährlich seinen Umsatz und Gewinn zu erhöhen. Konnte ein Unternehmen in der Vergangenheit ständig steigende Ergebnisse präsentieren, spricht dies dafür, dass dieses Unternehmen gut und verantwortungsvoll geführt wird. Ok, Umsatz- und Gewinneibrüche gibt es immer mal. Vor allem in Krisenjahren. Wichtig ist jedoch, dass die Tendenz in den letzten zehn Jahren steigend ist.

5. Güter des täglichen Bedarfs

Investiere in erster Linie in Unternehmen, die Güter des täglichen Bedarfs produzieren.
Das sind Produkte wie Nahrungsmittel, Kosmetikartikel, Tiernahrung, Wasch- und Putzmittel… Solche Artikel werden auch in Krisenzeiten benötigt und gekauft. Hier kann nicht so einfach gespart werden.
Aus diesem Grund sind solche Unternehmen relativ krisenresistent, da die Gewinne in der Regel nicht stark einbrechen, wenn Verbraucher “den Gürtel enger schnallen müssen”

6. Starkes Unternehmen

Wer sich ein passives Einkommen aufbauen will, sollte in etablierte Unternehmen investieren. Am Besten in Konzerne die Weltweit tätig sind und in zahlreichen Ländern vertreten sind und etliche Marken besitze und zahlreiche Tochterfirmen unter sich haben. Diese Unternehmen haben zahlreiche Einnahmequellen aus der ganzen Welt, so dass das Risiko breit gestreut ist. Dass solche Unternehmen insolvent werden ist zwar nicht ausgeschlossen, die Wahrscheinlichkeit ist jedoch geringer als bei Unternehmen mit geringerer Reichweite, nur einer Marke oder ohne Firmennetz.
Am Besten sind Marktführer geeignet, deren Produkte (fast) weltweit bekannt und in den Alltag integriert sind.
Income-for-Life-Aktien sind daher in der Regel weltweit tätige Konzerne.

Ok. Das war ein kleiner und recht kurzer Überblick einiger für mich wichtiger Grundsätze, an denen ich mich bei meinen Investments orientiere.

Ich hoffe euch hat mein erster Beitrag gefallen. Vielleicht konnte ich dem einen oder anderen einige Anregungen geben.

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