Jun 232014
 

Wer kennt sie nicht: “Die Gebrauchsanweisung für den Mann”. Ich weiß jetzt nicht wie viele Männer die Augen rollen, wenn diese Werbung mal wieder in der Unterbrechung läuft, aber ich wette es sind schon einige. Und etwas nervig ist die Werbung schon. Vor allem, wenn man sie schon das fünfzigste Mal sieht: Die Werbung für das Deo “Dove”.

netherlands

Unilever wurde von dem niederländischen Margarineproduzent Simon van den Bergh gegründet.

Übertroffen wird das Ganze höchstens von dem grinsenden, italienischen Chefkoch (Ich unterstelle mal, dass er Italiener ist.) mit dem Slogan: “Typisch italienisch”. Oder “Wir Italiener genießen mit die ganze Körper.” Jedes Mal wenn ich, diese Werbung sehe tun mir die Italiener leid. Den Koch finde ich zwar recht sympathisch, ich glaube allerdings nicht, dass Italiener dem “typisch italienisch” so zustimmen würden. Es handelt sich um die Werbung für die Knorr-Bolognese.

Ich bin sicher, dass sich jeder, der diese Werbespots einmal gesehen hat, sich für lange an diese erinnern wird. Sie bleiben im Gedächtnis, da sie so einen gewissen Nerv-Faktor haben. Da ist nichts mit heiler Kuschelwelt wie bei Nestle oder Procter & Gamble. Die Werbespots provozieren. Ein bisschen zumindest. Oder könnt ihr euch sofort an eine Nestle- oder Procter & Gamble Werbung erinnern. Wahrscheinlich nicht. Die Nerv-Krone trägt zwar Nivea mit “Ihr armen Männer”, aber man muss es ja nicht übertreiben:-).

Unilever – ein britisch-niederländischer Konzern

Sowohl Dove als auch Knorr gehören zu dem britisch-niederländischen Konzern Unilever. Darüber hinaus vereinigt der Konzern zahlreiche Marken wie Rama, Omo, Lipton, Bifi (wurde 2014 verkauft), Lagnese, Bertolli, Pfanni, Du Darfst… unter seinem Dach.

Unilever wurde 1888 in Kleve (Deutschland) von einem niederländischen Margarinefabrikant gegründet. Grund für die Firmengründung in Deutschland waren die hohen Schutzzölle, die das Kaiserreich für Einfuhren erhob. Denn was in Deutschland produziert wird, muss nicht eingeführt werden.

Dividende
Zugegebenermaßen ist Unilever kein so treuer Dividendenzahler wie Procter & Gamble oder Coca Cola. Im Jahr 2009 reduzierte das Unternehmen seine Dividende um ca. 40%, da die Gewinne zurückgingen. Aufgrund der Dividendenkürzung gehört Unilever nicht zu den „großen“ Dividendenaristokraten. Man muss allerdings beachten, dass ein Jahr später die Dividende fast verdoppelt wurde. Vor und nach 2010 wurden die Ausschüttungen jährlich erhöht. Bei der Gesamtentwicklung der Ausschüttungen fällt aufgrund der anschließenden Erhöhung kaum ins Gewicht. Unilever schätze ich daher als zuverässigen Dividendenzahler ein.
Die Ausschüttungsquote lag in den letzten Jahren zwischen 60 und 70%. Das ist zwar nicht wenig, aber noch im grünen Bereich. Mit 3,2% Dividendenrenditen kann man auch nicht meckern. Im Gegensatz zu Nestlé zahlt Unilever die Dividende vierteljährlich. Bei der niederländischen Version werden 15% Quellensteuer einbehalten, die jedoch auf die deutsche Abgeltungsteuer anrechenbar ist. Kauft man britische Unileveraktien wird bei Ausschüttungen überhaupt keine Quellensteuer einbehalten. Dafür wird die volle deutsche Abgeltungsteuer (25% + Soli) einbehalten. 

Eigen-/Fremdkapitalquote
Schaut man sich die Bilanz von Unilever an, fällt einem schnell auf das Unilever eine recht gute Eigenkapitalquote von knapp über 50% hat. Man kann somit davon ausgehen, dass dem Unternehmen nicht so schnell das Geld ausgeht und weniger abhängig von Fremdkapitalgebern ist als höher verschuldete Unternehmen. So übersteht der Konzern auch schlechte Zeiten.

Umsatz- und Gewinnentwicklung
Insgesamt weisen die Bilanzen Umsatz und Gewinnsteigerungen in den letzten 7 Jahren aus. 2009 gab es den erheblichen Gewinneinbruch von 32%, der zu der Dividendenkürzung führte und bis heute -trotz jährlicher Gewinnsteigerungen- noch nicht vollständig aufgeholt werden konnte.

Kurs-/Gewinnverhältnis
Mit einem KGV von rund 19 ist die Aktie leicht teuer. In der recht stabilen Konsumsparte ist ein KGV in dieser Höhe allerdings nichts Ungewöhnliches. Darüber hinaus handelt es sich ja um einen der weltweit größten Konsumgüterhersteller. Das KGV halte ich daher für angemessen.

Fazit
Als Konsumgüterschwergewicht und guter Dividendenzahler halte ich Unilever für ein gutes Investment. Der Konzern vereinigt zahlreiche sehr bekannte Marken unter seinem Dach, die auch in der Werbung regelmäßig präsent sind. Bilanzmäßig steht Unilever auf einem soliden Fundament. Nach Schätzungen für die kommenden Jahre können wir bei dem Unternehmen steigende Umsätze, Gewinne und Dividenden erwarten.

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